Mit Liebe die Welt erschaffen – Aus dem Herzen wirken
Meine Seele versuchte mir immer und immer wieder mitzuteilen, ein Buch zu schreiben. Als ich endlich hörte, wurde mir folgendes Thema durchgegeben: „Mit Liebe die Welt erschaffen“.
Die Zeilen, die hier zu Papier gebracht werden, stehen als Zeichen für meine Selbstliebe, voller Demut meiner Seele gegenüber sowie für die Verbindlichkeit, mich diesem Projekt hingeben zu wollen. Möglicherweise entsteht ein Buch daraus, derzeit geht es um die erste Annäherung an die Thematik. Mit Liebe die Welt erschaffen – oder: aus dem Herzen wirken – Weg und Vision zugleich.
Es ist kein Geheimnis, dass wir dringend Liebe in allen Lebensbereichen brauchen. Viel zu häufig beherrscht nach wie vor oder gerade jetzt wieder die Angst unser Denken, Fühlen und Handeln. Die Liebe an sich und als Gegenpol zur Angst kann wahre Wunder bewirken. Wenn wir Liebe und Angst erforschen, lässt sich sehr schnell erkennen, wie wir uns jeweils fühlen und wo wir Angst und Liebe im Körper wahrnehmen können. Jugendliche drücken ihre Erkenntnisse oft wie folgt aus: „Die Angst macht alles sehr eng, ich kann mich nicht konzentrieren und ich kann nicht denken. Die liebevollen Gedanken fühlen sich ganz weit an und Zuversicht ist spürbar.“
Alles ist wunderbar und einfach, solange wir uns darüber bewusst sind und bereits gelernt haben, wie wir mit Angst am besten umgehen. Wie häufig jedoch kommt es vor, dass wir uns in manchen Situationen unserer Empfindungen / Gefühle ganz und gar nicht bewusst sind!? Hier kann es bereits schwierig werden, die Welt mit Liebe zu erschaffen, wir sind uns dann nicht einmal darüber bewusst, dass wir erschaffen.
Wie kann es gelingen, mit Liebe die Welt zu erschaffen? Mir gefällt in diesem Zusammenhang die Formulierung „aus dem Herzen wirken“ sehr gut. Es geht also darum, sich wieder an die Kraft unseres Herzens zu erinnern. Wie so viele unserer Ahnen und Ahninnen lange vor uns aus dem Herzen heraus kreierten, das Herz nun wieder wirken lassen. Wir können wieder lernen, Prozesse im Herzen beginnen zu lassen, danach unser Gehirn einzuschalten und zuletzt den Körper. Ist das Herz verschlossen, gilt es, dieses wieder zu öffnen, es erlauben, es geschehen lassen. Vor allem dürfen wir das Vertrauen und die Gewissheit haben, dass die Herzöffnung für uns tatsächlich möglich und deutlich spürbar ist.
Im Jahre 1991 konnten Forscher nachweisen, dass sich rund 40 000 Nervenzellen in unserem Herzen befinden. Diese Neuronen stehen mit unserem Gehirn in Verbindung. Sie befinden sich um die Arterien und an den Stellen, an denen das Blut aus den Gefäßen strömt und in das Herz fließt. Es werden Botenstoffe abgegeben, das Gehirn empfängt die Befehle vom Herzen und führt sie aus. Die Forscher gehen noch weiter mit ihren Aussagen. Sie sagen, dass das menschliche Herz denken, lernen, sich erinnern, fühlen und spüren kann, unser Gehirn soll dafür gar nicht nötig sein. Sehr viele Erkenntnisse auf diesem Gebiet stammen von Gregg Braden.
Denken wir beispielsweise an Situationen, die uns großen Herzschmerz bereitet haben. Fühlen wir diesen Schmerz noch immer? Was haben wir unternommen, um uns von diesem Schmerz zu befreien? Wollten wir ihn wegdenken? Hat das funktioniert? Haben wir vielleicht sogar unser Herz verschlossen, um diesen Schmerz nicht mehr zu fühlen und glauben jetzt nur, dass wir schmerzfrei sind, geheilt vom Schmerz, von unseren Wunden? Der Schmerz will noch einmal gefühlt werden, er wartet auf die Öffnung des Herzens. Der Schmerz im Herzen wird im Herzen selbst geheilt.
An dieser Stelle möchte ich dich dazu einladen, dich in einer kurzen Übung bewusst auf dein Herz einzulassen. Es ist eine einfache Übung, die als Anker im Alltag dienen könnte, um dich an dein Herz zu erinnern, als Ausgleich und Erholung, wenn es wieder einmal zu viel zu denken gibt. Vielleicht möchtest du dir das kleine Gehirn im Herzen vorstellen und spüren, wie es mit unserem Gehirn in Verbindung steht. Lass dich einfach darauf ein und lass dich überraschen, was geschieht. Suche dir einen ruhigen Ort, an dem du einige Minuten ungestört sein kannst. Setze dich aufrecht auf einen Stuhl, die Fußsohlen berühren den Boden. Atme ein paar Mal tief ein und aus. Komme zur Ruhe, entspanne dich völlig und schenke deine volle Aufmerksamkeit deinem Herzen. Du kannst dir vorstellen, dass du nun in dein Herz einatmest und aus dem Herzen wieder ausatmest. Wenn es für dich angenehm ist, lege deine Hände auf dein Herz, berühre sanft deinen Herzbereich. Wenn du seufzen möchtest, dann tu es bitte. Schließe deine Augen und atme ganz ruhig weiter. Bleibe mit deiner Aufmerksamkeit bei deinem Herzen und fühle. Lausche deinem Herzen, höre ihm zu. Fühle. Wenn es dir leichter fällt, denke an etwas oder jemanden, das oder den du besonders liebst oder was dir sehr viel Freude bereitet oder wofür du sehr dankbar bist. Und nun fühle in dein Herz. Lass deine Erfahrungen fließen, gib ihnen noch ein wenig Raum. Mache dich dann langsam wieder auf den Weg zurück, zu dem Platz, wo du dich gerade befindest, bedanke dich bei deinem Herzen, bewege deine Arme und Beine, strecke dich und öffne langsam wieder deine Augen. Lass dir noch etwas Zeit und spüre der Reise in dein Herz noch ein bisschen nach.


