Wo bin ich in meinem Leben, was ist das für ein einzigartiges Feld, in dem ich in manchen Momenten dieser aktuellen Zeit wie blind herumtappe und suche, herumirre, verwirrt in mir. Das Alte greift nicht mehr. Soviel ist klar, und gleichzeitig bedeutet es dennoch nicht, dass sich mir mitten im inneren Nebel, im Nicht -sehen -können, sofort ein erlösender Lichtstrahl auf die Richtung des neu zu setzenden Schrittes zeigt.
Innehalten, durchatmen. Es ist, wie es ist. Annehmen. Atmen. Still werden. Ruhig, ganz ruhig. Den Atem spüren, den Atem fließen lassen. Nichts weiter tun. Mich hingeben an diesen Moment. Da sein und dem Leben erlauben, durch mich durch zu pulsieren. Nicht mehr, nicht weniger.
Manchmal ist das genug, groß genug: den vitalen wundervollen Vorgängen in meinem Körper alle Energie zur Verfügung zu stellen. Mich hineinfallen zu lassen in das Leben, das ich BIN.
„Er ist noch am Leben“, ein Ausspruch, den wir beispielsweise im Zusammenhang mit einem Unfall oder einer schweren Erkrankung hören. Eine vertraute und gleichsam, bei genauer Betrachtung, nicht treffende Formulierung, weil sie sich am Wesentlichen vorbeibuchstabiert mit diesem kleinen Wörtchen „am“.
„Am Tropf hängen“. Diese Formulierung mit dem entsprechenden Bild kommt mir in den Sinn.
Und dabei wird anschaulich: an etwas hängen oder etwas zu sein – was für ein fundamentaler Unterschied!
Ich bin nicht AM Leben, ich BIN Leben. Untrennbar. Eins.
Noch einmal nehme ich ein paar bewusste und tiefe Atemzüge. Meinem Ausatmen folgt unwillkürlich ein Seufzer der Erleichterung und der Dankbarkeit über diese mit wundervoller Energie geladene Kraft, die ich in mir spüre. Pure Lebensenergie. Meine Energie. Leben pur.
Noch einmal tief durchatmen und den erneuten und hörbaren Seufzer genießen.
Mein Seelenzuhause, der Körper, in dem ich bin ( da haben wir es wieder!), dieses Wunderwerk lebt ohne mein Zutun, jeden Tag neu, auch nachts, während ich ihm im Schlaf den Raum gebe, sich zu regenerieren. Es atmet mich und pulsiert und fließt.
Was für eine Freude, was für ein Geschenk.
Das Leben ist in mir, in jedem beseelten Körper.
Ich bin Leben.
Aus der bewussten Verbindung mit meiner Lebendigkeit wächst meine Lebensfreude.
Vielleicht kennst Du das bei Kinder-Geburtstagsfeiern beliebte Spiel „Topfschlagen“.
Ein Kind bekommt die Augen verbunden, erhält einen Kochlöffel in die Hand und begibt sich nun, meist auf allen Vieren, auf die Suche nach dem Topf, den die andern ohne sein Wissen irgendwo im Raum auf dem Boden platziert haben, und der eine begehrte Süßigkeit verbirgt.
Während das Kind mit der Augenbinde die Umgebung mit dem Kochlöffel abtastet, bekommt es von den andern Mitfeiernden Orientierungshilfe durch die Hinweise „heiß“, wenn die eingeschlagene Richtung stimmt bzw. „Kalt“, wenn es sich vom Zielobjekt entfernt.
Das Gefühl, wenn der Kochlöffel auf den Topf trifft und dabei diesen typischen Klang erzeugt, der Moment, wenn das Kind die Augenbinde abnimmt, weil es am Ziel angekommen ist und dabei direkt bei der süßen Belohnung, die auf es wartet, wenn Du das nicht selbst erlebt hast, kannst Du sicher zumindest erahnen, was für eine kindlich ehrliche Freude sich da einstellt!
Suchen und finden – ein beliebtes Thema bei Kinderspielen.
Hm, Zufall?
Als Kind entdecken wir spielerisch besagten Topf. Sobald wir in Bewegung kommen, erhalten wir dabei die erforderliche Unterstützung.
Später gehen wir den Antworten auf die Fragen nach, für die wir den Mut aufbringen, sie uns zu stellen.
Am – Im – Um
Om

