Liebe

Auszug aus dem Buch: Offenbarungen der Seele

Was gibt es über die Liebe zu schreiben, dass nicht schon irgendwo geschrieben oder zum Ausdruck gebracht wurde? Es gibt wohl kaum einen Begriff, der in seiner vielfältigen Bedeutung und seinen Interpretationsmöglichkeiten derartig ausgereizt wurde wie die Liebe.

Was so frage ich mich, ist die Liebe für mich? Meine Seele meldet sich: „Ich freu mich, dass du dir zum ersten Mal in diesem Leben bewusst diese Frage stellst. Bislang hast du die unzähligen Interpretationen der Liebe von fremden Menschen in dich aufgenommen. Du hast entsprechende Bilder und Situationen im Kopf, die in dir ein Gefühl auslösen, welches du als Liebe definierst. Ein Lied, ein Wort, eine Person, ein Foto, eine Landschaft all das kann in dir etwas berühren, dass sich einfach wunderschön anfühlt und du nennst es Liebe. Wie hast du dich soeben gefühlt als du dich mit dir selbst, mit deinem Ursprung verbunden hast?“

Stimmt das hat sich anders angefühlt als das Gefühl, welches eine schöne Abendstimmung oder eine Umarmung oder das Lachen meines Kindes in mir auslöst.

Der offene Geist gibt mir zu verstehen, dass es im zeitlichen Geschehen einen Auslöser braucht, um in die Liebe zu kommen. Diese Auslöser sind meist unerwartet und spontan da. Er spricht weiter: “Du siehst einen bestimmten Menschen, hörst ein bestimmtes Lied und schon hast du das Gefühl, dass dir das Herz übergeht vor Liebe. Als Mensch bist du im zeitlichen Gefüge berührbar durch die Emotionen und die Gefühle. Die Liebe wird meist als ein wunderschönes fließendes Gefühl beschrieben. Nur zu dumm, dass sich Gefühle von der einen auf die andere Minute wandeln können. Gerade noch himmelhochjauchzend, kann sich die Stimmung allein durch ein Wort oder einen entsprechenden Satz ins Gegenteil verkehren. Auch wenn du es oft überspielst, merkst du doch diesen inneren Stich im Herzen, der dich mit dem Gefühl der Enge konfrontiert. Du sagst dann vielleicht sogar du hast Liebeskummer. Liebe und Kummer, ein krasser Gegensatz. So ist das in den Geschichten, die der Zeitgeist schreibt. Sieh dir einen Liebesfilm an und du kennst die Grundstory aller Liebesfilme. Die Liebe wie der Zeitgeist sie definiert, ist an Gefühle gebunden. Die Sehnsucht nach dem Gefühl welches du als Liebe bezeichnest begleitet dich tagtäglich seit du geboren bist. Manchmal findet sie für eine kurze Zeit Erfüllung und dann kommt die Sehnsucht erneut.“

„Soll das heißen, ich bin hier im zeitlichen Geschehen ein Spielball der Gefühle?“ frage ich skeptisch. Mein offener Geist spricht weiter: „Gefühle sind an Bilder gekoppelt, die du bewusst oder unbewusst in deinem Kopf trägst. Nachdem du dich in der Vorstellungsebene des allumfassenden Bewusstseins befindest, das durch den Zeitgeist alle möglichen Bilder im Kopf hat, wirst du auch mit den verschiedensten Gefühlen geflutet.“

 „Dafür gibt es doch Mentaltraining, um eben genau jene Bilder im Kopf zu erzeugen, die entsprechend positive Gefühle hervorrufen“ entgegne ich. „Ja das ist im Bereich des zeitlichen Geschehens möglich und auch nur logisch“ gibt mein offener Geist mir zu verstehen.

Er sagt weiter: „Es ist absolut faszinierend für den Zeitgeist eine Ursache zu setzen, um damit eine Wirkung zu erzielen. Womit wir wieder einmal bei dem Thema von Problem und Lösung sind. Genau so funktioniert der Schöpfungsprozess. Die Faszination des Tuns, um damit eine Wirkung zu erfahren ist vor allem dann riesig, wenn die Wirkung ein Erfolg ist oder auch ein wunderschönes Gefühl, wie zum Beispiel Liebe zur Folge hat. Du setzt eine Ursache, indem du z. B. dreimal am Tag in Gedanken das Bild deines Traummannes visualisierst. Nach einem Monat lernst du einen Mann kennen, der genau deinen Vorstellungen entspricht. Spätestens ab diesem Zeitpunkt merkst du, dass dein Geist schöpferisch ist und du wirst vermutlich immer tiefer eintauchen in den Schöpfungsprozess des Zeitgeistes und damit den Nebel, der dir die Sicht auf deine Seele trübt, noch weiter verdichten.

Die Seele liebt mich, den offenen Geist, weil ich genau diese Ebene der Schöpfung durchblickt habe und mich damit von dem Bedürfnis stets etwas tun zu müssen, um etwas zu bekommen getrennt habe. Die Schöpfungsgeschichte ist bereits fertig geschrieben. Ich weiß, dass die Ebene der Schöpfung aus unzähligen Bildern besteht, die der Vorstellung des allumfassenden Bewusstseins entspringen. Es ist die Aufgabe des Zeitgeistes sie aneinanderzureihen und sie wie einen Film ablaufen zu lassen. Wie eine Matrix, die zwar lebendig erscheint, doch aus statischen Bildern besteht.

Die Liebe zur eigenen Schöpfung entspringt genauso wie die Schöpfungsgeschichte aus dem allumfassenden Bewusstsein. Die Liebe umhüllt mit ihrer Gegenwärtigkeit die Bilder der Matrix und nimmt sie auf wie einen Samen. Aus dieser Verschmelzung entsteht die Seele. Aus dem Herzen der Seele leuchtet die Liebe.“

Das hört sich zwar alles etwas kompliziert an, doch ich habe es verstanden und ich kann es auch nachvollziehen. Ich denke gerade an die Frage meiner Seele: Wie hast du dich gefühlt, als du dich mit dir selbst, mit deinem Ursprung verbunden hast? Ich habe mich gefühlt als würde ich alles umfassen. Ich war in diesem Augenblick allumfassendes Bewusstsein und aus meiner Seele leuchtete die Liebe.

Das drückt mir jetzt die Tränen in die Augen. Ich erkenne die Einheit. Die Nebel lichten sich. Die Gegenwärtigkeit meiner Seele berührt mich.  

Die Liebe ist um mich, sie ist in mir, sie ist die Essenz der Seele.