{"id":323,"date":"2021-06-16T08:35:46","date_gmt":"2021-06-16T08:35:46","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.autorenschule.info\/?p=323"},"modified":"2021-06-16T13:27:01","modified_gmt":"2021-06-16T13:27:01","slug":"aha-gluehpopoechen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.autorenschule.info\/?p=323","title":{"rendered":"&#171;Aha, Gl\u00fchpop\u00f6chen!&#187;"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Eine Kinderfabel von Katze und Maus<\/h2>\n\n\n\n<p>Der eckige Kasten wurde den Berg hinuntergesto\u00dfen, damit er endlich zum Rollen kam. Unten angekommen war er kaputt und endlich rund. Gut oder weniger gut? Keiner wei\u00df es &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Unten warteten viele Menschen, die unbedingt wissen wollten, was sich in ihm befand. Die Kiste prallte gegen auf den staubigen Asphalt gegen einen Felsen und splitterte auf. Alle zuckten zusammen und unz\u00e4hlige Augenpaare richteten sich auf die kaputte Kiste, um endlich zu erfahren, was sie beinhaltete &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>\u2026 Eine graue, wabbelige Dunkelheit entschwand wie eine Welle in den hellblauen Sommertag in den Himmel und es blieb &#8230; eine gro\u00dfe schwarze Leere, die aber viel klarer wirkte &#8230; Nichts war zu sehen, nur g\u00e4hnende Leere, und es roch etwas modrig \u2026<br>Die Menschen guckten entt\u00e4uscht, ein raunendes Fl\u00fcstern entstand und ein gro\u00dfes Seufzen ging durch die Reihen \u2026 Achselzuckend gingen sie langsam wieder ihres Weges. Die Holzkiste blieb zertr\u00fcmmert liegen und keiner k\u00fcmmerte sich mehr um sie, da sie f\u00fcr die anderen Menschen nicht von Nutzen war und auch nichts Wertvolles enthielt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Maus war auf der Flucht vor einer Katze, sie rannte zickzack den Waldweg entlang, versuchte sich in den B\u00fcschen zu verstecken und zu erholen. Sie atmete schwer und schwitzte. Sie guckte nach hinten, um die Entfernung erneut einzusch\u00e4tzen, wieviel Abstand ihr noch blieb. Sie rannte wieder los und rannte und rannte, bis sie sich pl\u00f6tzlich in einem dunklen Raum befand, in dem es<br>\u00fcberhaupt kein Weiterkommen mehr gab, da die Holzw\u00e4nde sie am freien Lauf hinderten. Sie prallte mit dem Kopf gegen die unsichtbare Barriere und wurde fast wieder durch die \u00d6ffnung zur\u00fcck geschleudert in die Freiheit, der sie wegen der Katze entkommen wollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Benommen blieb sie liegen, h\u00f6rte und f\u00fchlte das sich n\u00e4hernde Bodeneben und wie die Katze im Eilestempo nichtsahnend und gierig vorbei eilte. \u201eNicht bewegen und im Dunkeln hier verharren, bis die Gefahr gebannt ist!\u201c, dachte sie sich. Ihr Magen knurrte und sie h\u00e4tte alles f\u00fcr ein St\u00fcckchen K\u00e4se gegeben. Sie fing schon einmal an den W\u00e4nden der Holzkiste an zu nagen, um sich vom<br>Hunger abzulenken und ihren K\u00f6rper zu beruhigen. Stopp! Sie f\u00fchlte sich ganz schwach; sie musste sich erst einmal erholen und d\u00e4mmerte nun vor sich hin. Die Maus dachte an ihre Familie zur\u00fcck, die immer bis zum Umkippen hart auf dem Feld arbeiten musste, um \u00fcberleben zu k\u00f6nnen. Jetzt sind auch noch alle krank und sie sammelte f\u00fcr alle zusammen die verwertbaren Krumen \u2013 auf der<br>M\u00fcllhalde nahe einer Gastst\u00e4tte &#8211; f\u00fcr eine kr\u00e4ftigende Mahlzeit zusammen. Sie konnte ihre \u201eBeute\u201c gerade noch ihrer Familie und Freunden \u00fcbergeben, bevor die Katze sie entdeckte und fressen wollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf einmal Schritte, lautes Kinderlachen und Stimmen n\u00e4herten sich, ein Rascheln und pl\u00f6tzlich fiel ein klitzekleines K\u00e4sest\u00fcckchen zwischen die Holzritzen der Kiste vor ihre F\u00fc\u00dfe. Sie traute ihren Augen nicht. Hastig st\u00fcrzte sie sich darauf und kaute gen\u00fcsslich darauf. Die Kiste erbebte kurz, da ein Stein sie streifte und die Kinderschritte entfernten sich wieder. Es wurde langsam dunkel und von der Katze weit und breit immer noch keine Spur. Gott sei Dank!<\/p>\n\n\n\n<p>Pl\u00f6tzlich h\u00f6rte sie ein Flattern und drei runde, schwarze, Schatten, die flatternd in der Luft verweilten, erschienen in der demolierten Kisten\u00f6ffnung. Wer ist das denn ?<\/p>\n\n\n\n<p>Wie auf Knopfdruck erstrahlen drei helle Lichtbahnen, alles wurde im inneren wie durch einen Taschenlampenstrahl erleuchtet. Die Maus wurde sehr geblendet und sie legte sch\u00fctzend die Pfoten vor die Augen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e Wer ist da? Sofort das Licht aus machen!\u201c, rief sie.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAch so\u2026.. eine Maus! Keine Angst, wir wollten nur schauen, wer sich hier in dieser Kiste niedergelassen hat. Warum so \u00e4ngstlich? Wir sind die Geister des Waldes, die drei Gl\u00fchpop\u00f6chen\u201c. Die Maus runzelt die Stirn \u201eGl\u00fchpop\u00f6chen\u201c? \u201eIch kenne Gl\u00fchw\u00fcrmchen, aber keine Gl\u00fchpop\u00f6chen\u201c erwiderte sie irritiert. \u201eWir haben uns an unser Wesen erinnert und unbenannt, da eigentlich nur unser Hinterteil leuchtet. Das entspricht am ehesten unseren Namen und unserer Funktion. Was machst Du hier? K\u00f6nnen wir Dir helfen? Vielleicht den Weg leuchten?\u201c fragten die drei Gl\u00fchpop\u00f6chen, bereit zu helfen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch sammelte Nahrung f\u00fcr meine Familie und Freunde, dann musste mich vor einer Katze verstecken, die urpl\u00f6tzlich auftauchte und mich fressen wollte. Aber ja, vielleicht k\u00f6nnt ihr mir wirklich helfen. Ich bin am Verhungern! Leuchtet doch mal bitte hier um mich herum, vielleicht gibt es ja doch noch einige vergessene K\u00e4sebr\u00f6ckelchen, die ich essen k\u00f6nnte. Ihr k\u00f6nnt auch gern etwas<br>davon abbekommen.\u201c<br>\u201eNein, nein\u2026 wir nehmen generell keinerlei Nahrung zu unseren Lebzeiten auf. Nat\u00fcrlich versuchen wir Dir trotzdem zu helfen. Kommt alle zusammen\u2026 1, 2, 3 und los geht\u00b4s ..!!!!<br>Ein wildes, zuckendes Drumherum-Geleuchte begann in der zertr\u00fcmmerten Holzkiste.<br>Minutenlanges Schweigen, pl\u00f6tzlich ein Aufschrei: \u201eWas ist das denn??? Kann man das essen? Aber nein, dass ist ja ein Kopf, ist hier jemand begraben?\u201c<br>Sie zogen gemeinsam an einem Zipfel des gefundenen Papierst\u00fccks, bis es ausgebreitet auf dem Boden lag. Keiner wusste etwas damit anzufangen und letztlich rollte sich die Maus ersch\u00f6pft darin ein, um die Nacht, wenigstens warm und ausgeruht, zu \u00fcberstehen. Auch die Gl\u00fchpop\u00f6chen legten sich zur Ruhe.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Nacht hatte die Maus einen abgehobenen Traum, den sie f\u00fcr absolut irre hielt, als sie aufwachte. Er lie\u00df sie aber nicht los und sie wagte den Versuch, der sie wie magisch anzog. Also rollte sie das 21 x 25 mm gro\u00dfe Papier zusammen, band es sich, mithilfe der Gl\u00fchpop\u00f6chen, auf den R\u00fccken und lief verdeckt im Unterholz in das n\u00e4chste Dorf zu einem Philatelisten. Er kaufte ihr mit<br>Kusshand die &#171;Blaue Mauritius&#187; f\u00fcr ganz viel Geld ab und die Maus kehrte mit einem \u2013 gerade noch ziehbaren K\u00e4se-Karren \u2013 zu ihrer Familie und Freunden zur\u00fcck. Diese freuten sich sehr\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Doch pl\u00f6tzlich erschien wieder \u2013 diesmal jedoch eine viel kleinere Katze &#8211; und alle bewarfen sie sie mit K\u00e4sebrocken, bis sie endlich wieder verschwand. Dann st\u00fcrzten sich sich \u00fcber die Delikatesse. \u201eMorgen geht es weiter\u2026. Morgen lassen wir uns etwas anderes einfallen, um uns gegen die Katze zu sch\u00fctzen\u201c, dachte sie sich und schlief satt und gl\u00fccklich und zufrieden ein\u2026.<\/p>\n\n\n\n<p>The End<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Kinderfabel von Katze und Maus Der eckige Kasten wurde den Berg hinuntergesto\u00dfen, damit er endlich zum Rollen kam. Unten angekommen war er kaputt und endlich rund. Gut oder weniger gut? Keiner wei\u00df es &#8230; Unten warteten viele Menschen, die unbedingt wissen wollten, was sich in ihm befand. 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